Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

PRESSEMITTEILUNG vom 19.06.2026 des ADFC Rheinland-Pfalz e.V.

ADFC begrüßt Wiedereröffnung des Ahr-Radweges zwischen Walporzheim und Laach

Neuer geteilter Radweg entlang der Bahnstrecke Ahrtal
Neu erstellter Ahrtal Radweg © @adfc

Neuer Abschnitt setzt Maßstäbe bei Sicherheit und Komfort - fehlende Lücken müssen nun zügig geschlossen werden.

Nach rund fünf Jahren Planungs- und Bauzeit wurde am 19. Juni 2026 ein großer Teil des Ahr-Radweges wieder für den Radverkehr freigegeben. Zwischen Walporzheim und Laach heißt es dann wieder: freie und vor allem sichere Fahrt. Der neue Abschnitt entflechtet den Radverkehr vom Kfz-Verkehr entlang der Bundesstraße 267 und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit im Ahrtal.

Der ADFC Rheinland-Pfalz hat den Planungsprozess begleitet und zieht eine sehr positive Zwischenbilanz. Der neue Ahr-Radweg setzt nach Einschätzung des Verbandes Maßstäbe bei Sicherheit, Komfort und baulicher Qualität. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz hat die Strecke und die zahlreichen Brückenbauwerke nach neustem Stand der Technik geplant. Trotz der beengten Verhältnisse zwischen Bahntrasse und Ahr konnte der Radweg in Asphaltbauweise und mit einer Breite von drei Metern ausgebaut werden.

Besonders hervorzuheben ist aus Sicht des ADFC die enge Verzahnung mit dem Wiederaufbau der Ahrtalbahn: die zahlreichen Radwegebrücken über die Ahr liegen mit den Bahnbrücken auf gemeinsamen Pfeilerstandorten. Das spricht für eine hohe Koordination zwischen den beteiligten Akteuren und wird sich zugleich positiv auf den Hochwasserschutz auswirken.

Mit der Wiederherstellung dieses Abschnitts entsteht für Alltagsradfahrende ebenso wie für touristische Gäste wieder eine sichere und komfortable Verbindung entlang der Ortschaften der Mittelahr. Gerade für Jugendliche ist das ein wichtiger Fortschritt: Sie können künftig wieder deutlich sicherer mit dem Rad zur Schule nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, zu Sportstätten oder zu Freizeitangeboten fahren.

„Der Wiederaufbau dieses Abschnitts ist eine große planerische und bauliche Leistung. Einen so komplexen Radweg unter schwierigen räumlichen Bedingungen und mit zahlreichen Brückenbauwerken in so kurzer Zeit wiederherzustellen, verdient ausdrücklich Anerkennung“, sagt Bernd Lohrum, Landesvorsitzender des ADFC Rheinland-Pfalz.

Der ADFC geht davon aus, dass der Ahr-Radweg in den kommenden Jahren auch verkehrlich eine noch größere Bedeutung erhalten wird. Wenn der Landesbetrieb Mobilität mit der Sanierung der Bundesstraße 267 beginnt und Vollsperrungen zu erwarten sind, bleiben mit der Ahrtalbahn und dem Ahr-Radweg zwei Alternativen. Die neuen Bahnhaltepunkte ermöglichen dabei einen einfachen Wechsel zwischen Rad und Bahn.

Bei aller Anerkennung sieht der ADFC weiterhin Handlungsbedarf. Einige Gefahrenstellen, etwa enge Kurvenbereiche, konnten aufgrund der baulichen Rahmenbedingungen nicht vollständig entschärft werden. Vor allem aber bestehen weiterhin Lücken im Verlauf des Ahr-Radweges, die nun mit hoher Priorität geschlossen werden müssen.

Die Messlatte für die noch fehlenden Abschnitte ist durch den jetzt fertiggestellten Abschnitt hoch gesetzt. Besonders wichtig ist der rund zwei Kilometer lange Lückenschluss zwischen Laach und Altenahr. Die bisherige Schrägseilbrücke bei Laach kann aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht wieder aufgebaut werden. Stattdessen soll ein Hangbauwerk entstehen. Laut Projektbüro des LBM laufen die Planungen hierzu derzeit an.

Ebenfalls dringend erforderlich bleibt der Lückenschluss zwischen Fuchshofen und Schuld entlang der Landesstraße 73. Dieser knapp fünf Kilometer lange Abschnitt wird immer wieder infrage gestellt, ist aus Sicht des ADFC jedoch entscheidend für die Attraktivität und Sicherheit des gesamten Ahr-Radweges.

„Hier zeigt sich das klassische Henne-Ei-Problem: Solange sichere Radverkehrsanlagen fehlen, fahren weniger Menschen mit dem Rad. Und solange weniger Menschen fahren, wird der Lückenschluss zu niedrig priorisiert. Ein rund 75 Kilometer langer Radweg, der durch seine Tallage eigentlich ideal für Familien, Alltagsradverkehr und Tourismus ist, darf nicht an wenigen unsicheren Kilometern scheitern“, so ADFC-Landesvorsitzender Bernd Lohrum weiter.

Der ADFC fordert deshalb, die Planungen für beide noch fehlenden Abschnitte konsequent voranzutreiben. Der Ahr-Radweg kann seine volle Wirkung für Alltagsradverkehr, Radtourismus und Verkehrssicherheit nur entfalten, wenn er durchgängig, sicher und komfortabel befahrbar ist. An dieser Stelle darf auch nicht das enorme ökologische und ökonomische Potential gesteigerten Radverkehrs im Ahrtal vergessen werden.

Für künftige Baustellen entlang des Ahr-Radweges regt der ADFC zudem ein radverkehrsfreundliches Baustellenmanagement an. Sperrungen werden sich auch in Zukunft nicht immer vermeiden lassen. In solchen Fällen sollten Radfahrende jedoch nicht ausschließlich auf die Ahrtalbahn verwiesen werden. Wo Umleitungen über die Bundesstraße notwendig sind, sollten temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen, sichere Führungen und klare Beschilderungen geprüft werden, um den Radverkehr auch während Bauphasen angemessen zu berücksichtigen.

Über den ADFC Rheinland-Pfalz: Der ADFC Rheinland-Pfalz ist ein Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. und setzt sich für die Belange der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer ein. Er engagiert sich für eine fahrradfreundliche Politik, die Verbesserung der Radinfrastruktur und die Förderung des Radfahrens als Teil einer nachhaltigen Mobilität. Der ADFC Rheinland-Pfalz hat aktuell über 6.000 Mitglieder.

Ansprechpartner bei Rückfragen:

Robert Wöhler                                                          Bernd Lohrum
Landesgeschäftsführer                                              Landesvorsitzender

Tel.: 0151 540 27 608                                                Tel.: 0170-2696428
E-Mail: robert.woehler [at] adfc-rlp.de                         E-Mail: Bernd.Lohrum [at] adfc-rlp.de


https://rlp.adfc.de/neuigkeit/pressemitteilung-vom-19062026-des-adfc-rheinland-pfalz-ev

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