Wie wird Rheinland-Pfalz zum Fahrradland?

 

Was sich im Land und im Bund ändern muss

 

Der Radverkehr soll eine zentrale Maßnahme für die Mobilitätswende, den Klimaschutz und bessere Lebensbedingungen in den Städten werden.

 

 Der Radverkehrs-Entwicklungsplan, den das Land Rheinland-Pfalz beschlossen hat, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der ADFC Rheinland-Pfalz hält ihn aber für zu unkonkret – und weist darauf hin, dass echter Fortschritt erst durch Verbesserung der Rahmenbedingungen beim Bund möglich wird.

ADFC-Landesvorsitzender Andreas Geers sagt: „Auch in Rheinland-Pfalz kann das Fahrrad einen wichtigen Beitrag leisten, um die Städte zu entlasten und das Klima zu schützen. Durch die Verbreitung von Pedelecs ist das Rad eine echte Alternative auch für Menschen auf dem Land und in bergigen Regionen geworden. Viele Kommunen haben das auch erkannt und wollen ihren radelnden Bürgerinnen und Bürgern bessere Bedingungen bieten – doch haben sie heute wenig Handlungsspielraum. Was wir von der nächsten Bundesregierung erwarten, ist tiefgreifende Reform aller einschlägigen Gesetze und Regelwerke.“  

Konkret fordert der ADFC Rheinland-Pfalz, dass die Bundestagsabgeordneten des Landes sich für diese Punkte besonders einsetzen:

  • Eine neue Verfassung für die Straße zu schaffen und die „Vision Zero“ dabei an die erste Stelle zu setzen (Reform von StVG, StVO, ERA etc.) – denn Kommunen müssen die Möglichkeit bekommen, leichter Tempo 30 anzuordnen, Fahrradstraßen und geschützte Radfahrstreifen anzulegen und dafür Fahrstreifen und Parkplätze umzugestalten, ohne dies mit Verkehrszählungen und Unfalldaten begründen zu müssen.
  • Den Bundeshaushalt Radverkehr dauerhaft zu erhöhen (von 350 auf 850 Mio. € p.a.) – denn Kommunen und Länder brauchen deutlich mehr und langfristige Unterstützung vom Bund.
  • Einen Bund-Länder-Vertrag für lückenlose Radwegenetze zu schließen – denn gerade auf dem Land fehlt es an Verbindungen zwischen Nachbarorten und in die Mittelzentren

Radfahren in Deutschland – viel ungehobenes Potenzial

Fast alle Menschen in Deutschland besitzen ein Fahrrad: 2020 gab es rund 79 Millionen Fahrräder, davon über sieben Millionen mit elektrischer Unterstützung. Rheinland-Pfalz steht an zweiter Stelle der Bundesländer, wenn es um die Verbreitung von Pedelecs geht. An Fahrrädern mangelt es also nicht – dennoch werden hierzulande wegen fehlender sicherer und komfortabler Verbindungen selbst kürzeste Wege mit dem Auto zurückgelegt. 50 Prozent der Autofahrten sind unter fünf Kilometer, 25 Prozent sogar unter zwei Kilometer. Es besteht also ein erhebliches Verlagerungspotenzial, wenn es ein attraktives Radinfrastrukturangebot in Verbindung mit einem gut ausgebautem ÖPNV gibt.

Die ausführlichen Forderungen des ADFC an die nächste Bundesregierung finden Sie hier:

https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Presse/Dateien_fuer_die_Pressearbeit/adfc_so_geht_fahrradland_forderungen_v4.pdf

   (385 Wörter, 2.918 Anschläge)

Hinweise für Redaktionen: Nähere Informationen zum ADFC Rheinland-Pfalz e.V. unter www.adfc-rlp.de oder auf  Facebook: www.facebook.com/adfcrlp und Twitter @ADFCRLP.

Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Rückfragen: Sara Tsudome (Tel 06131 3339128) oder Christina Wassenberg (Tel 06131 371108), ADFC Rheinland-Pfalz e.V., Zitadelle 1 F, 55131 Mainz, Fax 06131 617776, E-Mail: info [at] adfc-rlp.de

 


https://rlp.adfc.de/pressemitteilung/wie-wird-rheinland-pfalz-zum-fahrradland

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