Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz: Forderungen des ADFC

 

Mehr Platz fürs Rad

 

In den Städten fahren immer mehr Menschen Fahrrad – aber nach wie vor bleibt der städtische Raum vor allem dem Autoverkehr vorbehalten. Es braucht mehr gute und breite Radwege, damit auch diejenigen das Rad nutzen, denen es jetzt

 

nicht sicher genug erscheint. Innenstädte werden durch weniger Autoverkehr lebendig und lebenswert – nicht umgekehrt. Wir fordern:

12 €/Einwohner*in als Investition in Radinfrastruktur und -verkehr in Städten
4 €/Einwohner*in als Investition in Radinfrastruktur und -verkehr in Landkreisen

Radverkehr muss Pflichtaufgabe werden:

Die ADD kann zurzeit Projekte mit geförderten Vorhaben stoppen, weil Radverkehr freiwillige Leistung der Kommunen ist (Beispiel Worms). Um auch verschuldete Kommunen in die Lage zu versetzen, klimafreundliche und aktive Mobilität umzusetzen und Fördermittel überhaupt nutzen zu können, muss Radverkehr Pflichtaufgabe werden.

Mehr Koordination und Vernetzung – es braucht eine AG Nahmobilität

Rheinland-Pfalz ist das letzte Bundesland ohne landesweite Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Bereich Rad- und Fußverkehr. Es braucht dringend eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen im Land, um Erfahrungen rund um den Radverkehr auszutauschen, gute Lösungen aus einzelnen Kommunen auch anderen zugänglich zu machen und größere Projekte gemeinsam zu entwickeln.

Radverkehrsbeauftragung flächendeckend

Eine landesweite Ansprechperson für den Radverkehr im Ministerium dient als Bindeglied zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern und hilft dabei, einen sicheren und attraktiven Radverkehr voranzutreiben. Regelmäßige Abstimmungen mit den Beteiligten sind anzustreben. In Städten ab 20.000 Einwohnern und in Landkreisen sollten ebenfalls flächendeckend Radverkehrsbeauftragte eingesetzt werden.

Unterstützung für Pendlerinnen und Pendler

Viele Menschen in Rheinland-Pfalz pendeln zur Arbeit – und da mehr von ihnen denn je Pedelecs und andere hochwertige Fahrräder nutzen, ist das Rad eine Alternative für viele. Dazu müssen Radwege als Vorrangrouten entstehen. Es wird viel geredet, die Umsetzung lässt aber zu lange auf sich warten.

Wer Rad und Bahn kombiniert, will sein Rad einfach, geschützt und sicher abstellen können. Dazu müssen die Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltepunkten ausgebaut und verbessert werden.

Sicherheit verbessern – Standards befolgen

Für die Radverkehrsinfrastruktur in Deutschland gibt es bereits Regelwerke, die aber nicht überall befolgt werden und inzwischen auch hinter den Anforderungen zurückbleiben. Besonders in den Niederlanden wurden Radwegeführungen und Kreuzungsdesigns entwickelt, die Radfahrenden viel mehr Sicherheit bieten. Die Förderung von Radverkehrseinrichtungen sollte ausdrücklich an die Einhaltung der neuesten Standards gekoppelt sein.

In Rheinland-Pfalz sollten für diejenigen, die neu aufs Pedelec umsteigen oder Fahrradfahren wieder entdecken Kurse zur Fahrsicherheit angeboten werden.

Bessere Daten

Um die Planungen im Bereich Radverkehr an den Bedarfen auszurichten, und um zu messen, ob es gelingt, mehr Menschen aufs Rad zu bringen, ist auf Landesebene mehr Überblick über den Ist-Zustand nötig. Dazu sollte landesweit erhoben werden, welche Radverkehrsanlagen es gibt und wo sie wie genutzt werden. Das kann mithilfe von Dauerzählstellen oder einer Erhebung von Daten über Smartphone-Nutzung geschehen.

Mehr Radfahren im Schulverkehr

In einigen Bundesländern, wie etwa in Baden-Württemberg, wird aktive Mobilität für Kinder gefördert. Dafür müssen an allen Grundschulen Geh-Schulwegpläne sowie an allen weiterführenden Schulen Geh- und Radschulwegpläne erstellt werden. Dies sollte auch in Rheinland-Pfalz verpflichtend werden. Wir schlagen außerdem ein Förderprogramm für hochwertige Fahrrad-Abstellanlagen an weiterführenden Schulen vor.

Landesbauordnung

Dass die Stellplatzablöse in Fahrradinfrastruktur fließen kann, ist vielerorts noch nicht richtig bekannt. Das sollte besser publik gemacht werden – die Kommunen können das nutzen, um den Radverkehr zu fördern.

Wartung, Unterhalt, Reinigung und Winterdienst

Bisher sind diese Themen nicht an jeder Stelle geregelt. Nur bei den straßenbegleitenden Radwegen ist das einigermaßen klar – auf freigegebenen Wirtschaftswegen meist nicht. Für neue Verkehrs-konzepte und Planung von Radwegen sollte Wartung, Unterhalt und Reinigung ein eigener Punkt sein, der besprochen und vereinbart wird. Unterhalt und Wartung sollte förderfähig werden, es sollten dafür Mittel bereitgestellt werden, wenn die Kommunen es nicht leisten können. 

Gute Beispiele

Das bewährte und beliebte Radbus-System im Norden des Landes sollte auch in anderen Landesteilen eingeführt werden.

 

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https://rlp.adfc.de/artikel/landtagswahln-in-rheinland-pfalz-forderungen-des-adfc

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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